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Backup & Datensicherung — nicht die Frage, ob, sondern wann

Ein Backup ist keine Versicherung gegen unwahrscheinliche Ereignisse. Es ist eine Vorbereitung auf etwas, das statistisch passiert. Ransomware, Hardware-Defekt, versehentliches Löschen, Blitzschlag, Wasserschaden, Diebstahl — jeder einzelne dieser Fälle kommt regelmäßig vor. Die Frage ist nicht, ob Sie jemals ein Backup brauchen werden. Die Frage ist, ob Sie im Ernstfall eins haben, das funktioniert.

Die häufigsten Backup-Irrtümer

„Wir haben doch ein Backup.” — Das hören wir oft. Und wenn wir dann nachfragen: „Wann wurde es das letzte Mal geprüft?” kommt meist Stille. Ein Backup, dessen Funktion niemand getestet hat, ist kein Backup. Es ist Hoffnung.

„Die Daten liegen doch in der Cloud.” — Cloud-Anbieter sichern ihre Infrastruktur, aber nicht Ihre Daten gegen Löschung, Ransomware oder Benutzerfehler. Wer bei Microsoft 365 einen Ordner löscht und 35 Tage wartet, hat den Ordner verloren.

„Wir haben einen USB-Stick im Tresor.” — Wenn der Stick einmal im Monat angefasst wird, ist die Sicherung im Ernstfall bis zu 30 Tage alt. Das ist für die meisten Betriebe inakzeptabel.

„Bei uns würde sowieso niemand Ransomware bauen — wir sind zu klein.” — Das war mal so. Heute laufen die meisten Ransomware-Angriffe automatisiert und treffen zufällig kleine wie große Betriebe. Der durchschnittliche Kleinunternehmer-Schaden liegt im fünfstelligen Bereich, wenn kein funktionierendes Backup da ist.

Unser Ansatz: das 3-2-1-Prinzip

Der Industriestandard für Backups ist einfach:

  • 3 Kopien Ihrer Daten (Original + 2 Backups)
  • 2 verschiedene Medien (z. B. NAS + externe Festplatte oder NAS + Cloud)
  • 1 Kopie offsite (physisch getrennt, z. B. beim Geschäftsführer zu Hause oder in einem Rechenzentrum)

Darauf bauen wir auf. Je nach Unternehmensgröße variiert die konkrete Umsetzung — aber das Grundprinzip bleibt.

Was wir konkret machen

Bestandsaufnahme

  • Welche Daten gibt es?
  • Welche sind geschäftskritisch, welche könnten notfalls verloren gehen?
  • Wo liegen sie aktuell?
  • Wie oft ändern sie sich?
  • Wie viel Datenverlust wäre maximal tolerabel (Recovery Point Objective)?
  • Wie lange darf eine Wiederherstellung dauern (Recovery Time Objective)?

Erst nach diesen Antworten planen wir die Technik.

Automatisierte Sicherung

  • Tägliche, stündliche oder Echtzeit-Sicherung je nach Kritikalität
  • Inkrementelle Backups für Effizienz, Voll-Backups zur Sicherheit
  • Versionierung — nicht nur der aktuelle Stand, sondern auch ältere Versionen für Wochen oder Monate
  • Alle relevanten Datenquellen — Dateiserver, NAS, Microsoft 365, Datenbanken, VMs, Arbeitsplätze (optional)

Ransomware-Schutz durch Immutable Backups

Das ist der wichtigste Punkt: Backups, die nicht mitverschlüsselt werden können. Klassische Backups haben einen Schwachpunkt — wenn der Angreifer Admin-Rechte erlangt, kann er die Backups auch gleich mit verschlüsseln oder löschen. Wir setzen deshalb auf:

  • Immutable Storage (unveränderlich gesperrte Backups für definierte Zeiträume)
  • Air-Gapped Backups — physisch getrennte Medien, die nach dem Backup-Lauf nicht mehr angebunden sind
  • Cloud-Backup mit Object-Lock bei Anbietern wie Wasabi, Backblaze oder Hetzner

Monitoring und Alarmierung

Jeder Backup-Lauf wird überwacht. Schlägt ein Job fehl, wissen wir es am gleichen Tag und kümmern uns drum — Sie werden nicht in drei Wochen zufällig feststellen, dass seit einem Monat nichts mehr gesichert wurde.

Regelmäßige Wiederherstellungstests

Das ist der Punkt, den fast alle vergessen. Wir stellen regelmäßig Testdaten aus den Backups wieder her und prüfen, ob alles lesbar und nutzbar ist. Ein Backup, das nie getestet wurde, ist kein Backup — das predigen wir ohne Ausnahme.

Notfallplan

Was tun im Ernstfall? Wen anrufen, was abschalten, in welcher Reihenfolge wiederherstellen? Wir erstellen einen einfachen, verständlichen Notfallplan und hinterlegen ihn ausgedruckt und digital. Im Ernstfall ist das Gold wert.

Typische Technologien, mit denen wir arbeiten

  • Veeam Backup & Replication — Industriestandard für Backups virtualisierter Umgebungen
  • Proxmox Backup Server — Open Source, ideal für Proxmox-Virtualisierung
  • Synology Hyper Backup und Active Backup for Business — für NAS-basierte Setups
  • Microsoft 365 Backup (z. B. von AvePoint, Veeam oder Altaro)
  • Bacula / restic / BorgBackup für maßgeschneiderte Szenarien
  • S3-kompatible Object Storage mit Object-Lock (Wasabi, Backblaze B2, Hetzner Storage Box)

Welche Tools konkret eingesetzt werden, hängt von Ihrer Umgebung und Ihrem Budget ab.

Check bestehender Backup-Lösungen

Sie haben bereits ein Backup-System, sind aber unsicher, ob es im Ernstfall hilft? Wir machen einen Backup-Audit:

  • Werden die Sicherungsjobs erfolgreich ausgeführt?
  • Sind sie ransomware-resistent?
  • Sind sie offsite gelagert?
  • Wann wurde die letzte Wiederherstellung getestet?
  • Gibt es Lücken (vergessene Datenquellen, leere Sicherungen, fehlende Datenbanken)?

Sie bekommen einen nüchternen Bericht und konkrete Handlungsempfehlungen. Ohne Alarmismus, aber ehrlich.

Unser Einsatzgebiet

Wir sind regelmäßig in Gütersloh, Bielefeld, Rheda-Wiedenbrück, Verl, Harsewinkel, Rietberg, Halle (Westf.), Paderborn und Detmold im Einsatz — das Kerneinzugsgebiet Ostwestfalen-Lippe erreichen wir unkompliziert von unserem Standort in der Helene-Wessel-Straße in Gütersloh. Auf Anfrage übernehmen wir auch Projekte im Raum Stuttgart.

Häufige Fragen

Reicht ein USB-Stick nicht aus? Für einen Einzel-PC mit wenigen Dokumenten vielleicht. Für einen Betrieb mit mehreren Mitarbeitern und geschäftskritischen Daten nein — das ist weder automatisiert noch ransomware-sicher noch zuverlässig getestet.

Was kostet eine professionelle Backup-Lösung? Abhängig vom Datenvolumen und der gewünschten Sicherheitsstufe. Für einen typischen Kleinbetrieb mit 1-3 Servern ist das eine einmalige Einrichtungspauschale plus laufende (meist kleine) Kosten für Cloud-Speicher. Im Verhältnis zum Schaden eines Totalverlusts ist das fast immer ein Schnäppchen.

Wie lange dauert eine Wiederherstellung im Ernstfall? Das ist genau die Frage, die wir mit Ihnen vor der Planung klären. Typische Werte: einzelne Dateien in Minuten, ganze Server in wenigen Stunden bis Tagen, je nach Größe und Sicherungsmedium. Wir planen die Infrastruktur so, dass die Wiederherstellzeit zu Ihren Anforderungen passt.

Müssen wir für Backups einen Wartungsvertrag abschließen? Nein, aber wir empfehlen es dringend. Ohne laufende Überwachung weiß niemand, ob das Backup noch läuft. Und das wäre genau der Punkt, an dem die ganze Investition in Risiko gerät.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Ob Frage, Projekt oder akutes Problem — wir sind für Sie da. Erstberatung kostenlos und unverbindlich.